Sonntag, 26. November 2017

Rosskastanien machen die Wäsche sauber!

Wenn ich mir meinen normalen Alltag mal ein wenig bewußter anschaue, fällt mir inzwischen unangenehm schnell auf, wieviel Verpackungsmüll von uns jeden Tag produziert wird. Plastikverpackungen aller Art füllen regelmäßig große Tonnen, die jede Woche von Neuem geleert werden müssen, damit wir nicht im eigenen Verpackungsmüll ersticken.  

Hier versuche ich inzwischen gerne Alternativen zu finden. Ich kaufe also mit Leinenbeutel ein, z.B. loses Obst und Gemüse oder das Brot beim Bäcker. Ich bevorzuge wunderbar riechende Seifenstücke und brauche somit kein Duschgel aus dem Plastikbehälter. Ich nutze zum Wischen lieber waschbare Bodentücher als Einmal-Wischtücher. Und beim Wäschewaschen bin ich nun auch auf eine tolle Möglichkeit gestoßen, Müll und giftige Chemikalien weiter zu reduzieren. Die Rede ist von unseren heimischen Rosskastanien!

Von Waschnüssen aus Asien habe ich bereits viel Gutes gehört. Aber ehrlich gesagt, stört mich der Gedanke, solche Nüsse für teures Geld um die halbe Welt  transportieren zu lassen. Damit habe ich die Umwelt bestimmt nicht geschont! 

Ich habe mich deswegen ein wenig schlau gemacht und erfahren, dass unsere heimische Rosskastanie (genau die mit den Kastanienmännchen!) ähnliche Eigenschaften wie die exotischen Waschnüsse aufweist. Soll heißen, die Kastanien enthalten Saponine, die nach dem Aufschneiden der Frucht diese im Wasser freisetzen. Heraus kommt eine Art Seifenwasser, das die Wäsche reinigt. 

Ich bin mir ja für kein Experiment zu schade! Also haben ich in diesem Herbst fleißig Kastanien gesammelt. Die Zubereitung dieses Waschmittels ist so unglaublich einfach, dass es fast unglaubwürdig wirkt. 

Was ich für eine Waschladung brauche: 

- 6 - 8 Rosskastanien
- ein scharfes Messer
- ein Glas / Flasche mit 0,5 l Fassungsvermögen

Ich habe also die runden, braunen Kastanien geviertelt ohne die Schale vorher abzumachen. Die Kastanienstücke habe ich in die Flasche gebracht und das ganze mit Wasser aufgefüllt. Fertig! Bereits kurz nach dem Auffüllen zeigte sich das Wasser ein wenig milchig. Ich habe das Ganze noch 3 Stunden stehen lassen und habe dann ganz mutig eine Ladung dunkler Wäsche in die Maschine gepackt. Das Kastanienwasser, welches beim Schütteln inzwischen mächtig schäumte, habe ich über die Waschmittelschublade hinzugegeben. Und zwar gleich den ganzen Inhalt der Flasche. 

Was soll ich sagen - es hat wunderbar funktioniert!!! Die Wäsche war sauber und füllte sich unglaublich weich an; ein Gefühl was ich lange nicht mehr hatte, da das Wasser bei uns "bretthart" ist. Gleichzeitig roch die Wäsche nach nichts. Nicht nach künstlichen Duftstoffen, nicht nach Wald oder Baum. Einfach nur klar und sauber. Man kann natürlich dem Kastanienwasser noch ätherische Öle hinzufügen, wenn man doch einen Geruch haben möchte. Ich empfand es jedoch als eine Wohltat, einfach nur mal saubere Wäsche zu haben die nach nichts riecht. Die Kastanien kann man ungefähr dreimal mit Wasser füllen, um Waschmittel zu erhalten. Danach wandern sie ohne schlechtes Gewissen in den Biomüll. 

Mein Fazit ist, dass dieses Waschmittel aus Rosskastanien einen festen Platz in meinem Waschkeller bekommt. Gerade empfindliche Stoffe und Wäsche, die nicht völlig verdreckt ist, aber eben häufig gewaschen wird, ist mit dem Waschmittel perfekt gepflegt! Hinzu kommt, dass die Rosskastanien hier bei uns überall wachsen und wir so wunderbar an jede Menge Kastanien kommen, ohne den Geldbeutel zu strapazieren. Sie brauchen keine Verpackung und müssen nicht, im Gegensatz zu den asiatischen Waschnüssen, um die halbe Welt geschickt werden, um unsere Wäsche zu reinigen. Also ein absoluter Zero-Waste Gewinn für alle!

Was haltet ihr von der Idee, einige Wäschen mal mit Rosskastanienwasser zu machen und die scharfen Waschmittel somit ein wenig zu reduzieren? Ich würde gern eure Meinung dazu wissen!

Sonntag, 20. August 2017

Die Geschichte der Bienen - nicht nur eine Sommerlektüre!

Sommerzeit ist Lesezeit! 
Und so habe ich von einer Freundin den wunderbaren Tipp für dieses Buch bekommen.  Maja Lundes "Die Geschichte der Bienen" kam also dieses Jahr als Quelle der Inspiration mit in den Urlaub. 

Drei unterschiedliche Erzählstränge begleiten die Beziehung der Bienen und des Menschen durch drei verschiedene Zeitepochen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ich will nicht zuviel vorweg nehmen, aber es handelt sich nicht um eine leichte Sommerlektüre, die dahin plätschert wie eine leichte Brise. Die Geschichte erzählt von Zeiten und Situationen, die Niemanden von uns unberührt lassen werden. 

Maja Lunde erzählt auf spannende Weise, was die Bienen für den Menschen bedeuten. Angefangen von der reinen Sicht auf die Biene als Honiglieferant, bis zur Erkenntnis, wie abhängig die menschliche Nahrung und damit auch das Wohlergehen Vieler von den fliegenden Bestäubern wirklich ist. Die Bienen  und das Bienenvolk sind durch die Zeit hindurch die geheimnisvollen Wesen, deren Leben sich zum großen Teil im stockdunkeln abspielt und dessen Funktionsweise wir auch heute noch nicht vollständig verstehen. 

Maja Lunde erzählt die Geschichte aus Sicht einzelner Protagonisten. Gerade in diese Protagonisten konnte ich mich durch meinen fast täglichen Umgang mit den Mädels bestens einfühlen. Lunde läßt die Faszination des Menschen mit den Bienen und der daraus entstehenden Imkerei sehr lebendig werden, so dass ich während der Lektüre mehrmals aufspringen und nach meinen Mädels schauen wollte!

Bienen gab es lange bevor es den Menschen gab. Nun verändert der Mensch seine Umwelt, und somit auch den Lebensraum der Bienen, auf solch schnelle und radikale Weise, dass die Befürchtung, die Bienen könnten tatsächlich aussterben, nicht ganz unrealistisch wirkt. Möge diese Zeit niemals kommen! 

Das Buch ist ein wunderschön erzählter kleiner Geschichtsexkurs, der nicht nur für aktive Imker spannend ist. Auch für Leute mit Interesse an Essen, Gärtnerei und  Lebensmittelproduktion gibt dieses Buch interessante Gedanken, die es lohnt, einmal durchzudenken. Ich wünsche allen, die dieses Buch zur Hand nehmen, viel Spaß beim Lesen. 

Was haltet ihr von der Erzählung? Was glaubt ihr, hilft in der momentanen Situation bezüglich des Bienensterbens wirklich? Ich bin auf Eure Meinung und Feedback sehr gespannt.